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    <title>GfK &amp;mdash; Dialog und Sinn</title>
    <link>https://dialogundsinn.de/tag:GfK</link>
    <description>Coaching, Mentoring und Mediation</description>
    <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 15:58:14 +0000</pubDate>
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      <title>GfK &amp;mdash; Dialog und Sinn</title>
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      <title>Lob - Toleranz - Respekt</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Lob und Komplimente können - gerade schon in der Erziehung - dazu führen, dass sie mit Liebe oder Anerkennung verwechselt werden. Ein Lob beinhaltet, dass der Lobende darüber Bescheid weiß, was gut oder schlecht für mich ist. Die Gefahr eines Lobes ist letztendlich, dass wir lernen, dass jemand anderes mich danach bewerten kann, in welchem Maß er oder sie meine Handlungen oder Ausdrucksformen als gut oder schlecht (für sich) einschätzt.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Was kann das für Folgen haben? Wir denken, wir sind auf Lob und Wertschätzung von anderen angewiesen, wenn unser Selbstwert uns nicht so stabil erscheint.&#xA;&#xA;Und möglicherweise denken wir irgendwann, wir selbst wüssten auch, was gut oder schlecht für andere ist. Und wenn wir das wissen, wäre es doch gut, wenn wir dem oder der anderen das auch mitteilen und ggf. davon überzeugen, was er zu tun hat, damit er wieder auf die richtige Spur kommt. Dann wird er schon merken, was gut für ihn oder für sie ist. Wir tun also ein gutes Werk, wenn wir andere von Ihren falschen Ansichten befreien und ihnen zeigen, wie das im Leben wirklich läuft. Wir wissen alle, worauf das hinausläuft. Im kleinen in Streit und Unterwerfung, im Großen in Unterwerfung und Krieg - mit vielen Spielarten dazwischen.&#xA;&#xA;Letztendlich hängt es mit unserem Welt- und Menschenbild zusammen, wie wir miteinander umgehen. Wenn ich meinen Mitmenschen respektiere und als Menschen anerkenne, die selbständig und autonom sind, die etwas bewirken wollen und eine eigene Sinngebung haben, dann kann ich mit mit Ihnen austauschen. Und im besten Fall kann durch den Austausch und die Begegnung etwas Neues entstehen. Verschiedene Ansichten werden nicht als Hindernis oder Gefahr angesehen.&#xA;&#xA;Wenn Menschen jedoch meinen, Sie sind im Besitz der alleinigen Wahrheit und andere müssten sich deshalb anpassen und unterwerfen, dann führt das zu Abwertung und Ablehnung von anderen Ansichten. Der oder die andere muss von der Wahrheit überzeugt werden. Das ist doch ganz zu seinem oder ihrem Besten.&#xA;&#xA;Hat bestimmt jeder schon mal erlebt, wenn jemand die Wahrheit kennt und andere davon überzeugen will.&#xA;&#xA;Oft wird in der heißen Phase der Weihnachtszeit, also kurz vor der Bescherung, der Ruf nach mehr Toleranz laut – oft auch mit einem Hinweis ein paar Sätze später, dass zu viel Toleranz aber auch nicht so gut sein kann. Wir können ja nicht alles tolerieren. Wo kämen wir denn da hin.&#xA;&#xA;Toleranz, was bedeutet das eigentlich? Für mich schwingt da immer der Unterton mit: ja, ich weiß immer noch Bescheid, was gut oder schlecht im Leben ist - kenne also schon die Wahrheit. Aber ich bin ja nicht so, für eine Weile nehme ich das mal so hin, wenn Du Dich nicht nach meinen Vorstellungen verhältst. Aber nur, solange es meine Realität nicht zu sehr in Frage stellt.&#xA;&#xA;Und die Tolerierten sind weiterhin irgendwie falsch und gerade mal so geduldet, sind aber nicht ein richtiger Teil der Gemeinschaft, des sozialen Umfelds oder der anderen Person, die sie da duldet. Kann auch schnell anders werden. Auch da gibt es genug Beispiele in der Welt, in der Geschichte und in unserem Umfeld.&#xA;&#xA;Wichtiger wie jede Toleranz ist es, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen. Einem Menschen, der die gleichen Bedürfnisse hat wie ich selber, aber vielleicht andere Vorstellungen und Strategien hat, wie er sie erfüllen will oder kann. Mit dieser Einstellung können wir anderen Menschen zunächst zuhören, deren Welt und deren Kontexte zu verstehen versuchen und sie eben auch ebenso berechtigt wie meine eigenen anzusehen.&#xA;&#xA;Da heißt nicht, dass wir alles akzeptieren und uns nicht wehren dürfen, wenn jemand so in meine Welt eingreifen will, dass sie nicht mehr lebenswert ist. Das heißt aber auch nicht, dass wir den oder die andere dann nicht mehr respektieren. Das nicht mehr respektieren kann dazu führen, dass wir nicht mehr zuhören. Wenn wir nicht mehr zuhören, schauen wir nur noch durch unsere eigene Brille und verlieren den Kontakt und dass Verständnis für den anderen.&#xA;&#xA;Verständnis für den anderen ermöglicht es mir aber, genauer hinzuschauen und die Auswirkungen zu erkennen, die das Handeln des anderen für mich und andere haben kann. Wenn ich das nicht kann, kann ich auch nicht die richtigen Maßnahmen ergreifen, weil ich nicht mehr erkennen kann, was den anderen antreibt.&#xA;&#xA;Nun ist das leider leichter gesagt wie getan. Wir können uns dem durchaus bewusst sein. Aber buchstäblich schneller wie wir denken können, reagieren wir dann doch wieder anders wie gewünscht: abwertend, besserwisserisch, selbstherrlich. Das muss Sie nicht so erschrecken, weil unser Unbewusstes meist schneller wirkt, wie unser bewusstes Denken. Wir bewerten Situation und Begegnungen unterbewusst rasend schnell und vergleichen sie mit bereits Erlebtem und reagieren so, wie es vielleicht mal früher hilfreich war. Wie gesagt, dass passiert meist sehr schnell und ohne, dass wir darüber nachdenken.&#xA;&#xA;Wenn Ihnen das auffällt und sie ihre Einstellung oder Haltung ändern wollen, lohnt es sich für sich zu reflektieren, woher diese schnellen Reaktionen auf bestimmte Themen kommen, was Sie z.B. daran hindert zuzuhören oder Verständnis für andere Sichtweisen zu haben.&#xA;&#xA;Das kann mit Erlebnissen in der Kindheit oder Jugend zusammenhängen - z.B. wenn man wie vorhin beschrieben sich nur geliebt gefühlt hat, wenn man etwas dafür getan hat. Selbstreflexion kann unangenehme Gefühle wieder hochkommen lassen. Gefühle, die vielleicht damit zusammenhingen, dass wir nicht anerkannt wurden, wie wir wirklich waren, sondern uns eben anpassen mussten, um geliebt zu werden oder anerkanntes und geliebtes Kind in der Familie zu bleiben. Ich empfehle, anfangs jemand Vertrauten oder jemand, der mit solchen Prozessen Erfahrung hat zur dem Selbstreflexionsprozess einzuladen. Ein Begleiter kann helfen, einen sicheren Raum zu schaffen, in dem unangenehme Gefühle angesehen und gespürt werden können.&#xA;&#xA;Als Ergebnis, können Bedürfnisse und Gefühle bewusst werden, die wir uns lange Zeit nicht erlaubt haben, weil es eben bedrohlich war, diese Gefühle und Bedürfnis zu haben. Deshalb haben wir Schutzmechanismen entwickelt, um uns zu schützen – z.B. Rückzug, Schweigen, Aggressivität und ähnliches.&#xA;&#xA;Das war als Kind oft überlebensnotwendig, ist es aber heute meist nicht mehr. Trotzdem springen diese Schutzmechanismen oft noch unbewusst an, wenn uns bestimmte Auslöser, die mit diesen Situationen verbunden waren, heute begegnen. Das können bestimmte Wörter sein, Stimmungen, Gerüche, Bilder, und vieles mehr.&#xA;&#xA;Je mehr wir uns das bewusst machen können, desto mehr können wir diese Bedürfnisse wieder integrieren und sie auch bei anderen sehen und respektieren. Wir können immer mehr wieder die Verantwortung für uns selber übernehmen.&#xA;&#xA;Übernahme von Verantwortung für sich selbst, hilft sehr, andere respektieren zu können. Wir laden dann nicht mehr unsere Problem beim anderen ab und machen sie oder ihn dafür verantwortlich.&#xA;&#xA;Viel wichtiger wie Lob ist die Fähigkeit, dem anderen mitteilen zu können, was der andere getan hat, was mir gut tut und dass ich gleichzeitig immer Augen und Ohren offenhalte für das, was dem anderen gut tun könnte. Nur ist das auch nicht immer so einfach, weil wir oft gar nicht mehr wissen oder spüren, was uns wirklich gut tut, was wir wirklich brauchen. Manchmal muss man das einfach wieder lernen, weil es genügend andere Menschen gibt, die zu wissen scheinen, was gut für mich ist - sei es in den Medien, bei der Arbeit oder natürlich auch im privaten Umfeld.&#xA;&#xA;#Lob #Toleranz #Respekt #SelbstReflexion #GfK #GewaltfreieKommunikation&#xA;&#xA;------------------------------&#xD;&#xA;!--emailsub--&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;a href=&#34;https://dialogundsinn.com&#34; target=&#34;blank&#34;Dialog  und Sinn/a&#xD;&#xA;Coaching, Mentoring und Mediation&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;a href=&#34;https://dialogundsinn.de/feed&#34; target=&#34;blank&#34;RSS feed/a]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Lob und Komplimente können – gerade schon in der Erziehung – dazu führen, dass sie mit Liebe oder Anerkennung verwechselt werden. Ein Lob beinhaltet, dass der Lobende darüber Bescheid weiß, was gut oder schlecht für mich ist. Die Gefahr eines Lobes ist letztendlich, dass wir lernen, dass jemand anderes mich danach bewerten kann, in welchem Maß er oder sie meine Handlungen oder Ausdrucksformen als gut oder schlecht (für sich) einschätzt.</p>



<p>Was kann das für Folgen haben? Wir denken, wir sind auf Lob und Wertschätzung von anderen angewiesen, wenn unser Selbstwert uns nicht so stabil erscheint.</p>

<p>Und möglicherweise denken wir irgendwann, wir selbst wüssten auch, was gut oder schlecht für andere ist. Und wenn wir das wissen, wäre es doch gut, wenn wir dem oder der anderen das auch mitteilen und ggf. davon überzeugen, was er zu tun hat, damit er wieder auf die richtige Spur kommt. Dann wird er schon merken, was gut für ihn oder für sie ist. Wir tun also ein gutes Werk, wenn wir andere von Ihren falschen Ansichten befreien und ihnen zeigen, wie das im Leben wirklich läuft. Wir wissen alle, worauf das hinausläuft. Im kleinen in Streit und Unterwerfung, im Großen in Unterwerfung und Krieg – mit vielen Spielarten dazwischen.</p>

<p>Letztendlich hängt es mit unserem Welt- und Menschenbild zusammen, wie wir miteinander umgehen. Wenn ich meinen Mitmenschen respektiere und als Menschen anerkenne, die selbständig und autonom sind, die etwas bewirken wollen und eine eigene Sinngebung haben, dann kann ich mit mit Ihnen austauschen. Und im besten Fall kann durch den Austausch und die Begegnung etwas Neues entstehen. Verschiedene Ansichten werden nicht als Hindernis oder Gefahr angesehen.</p>

<p>Wenn Menschen jedoch meinen, Sie sind im Besitz der alleinigen Wahrheit und andere müssten sich deshalb anpassen und unterwerfen, dann führt das zu Abwertung und Ablehnung von anderen Ansichten. Der oder die andere muss von der Wahrheit überzeugt werden. Das ist doch ganz zu seinem oder ihrem Besten.</p>

<p>Hat bestimmt jeder schon mal erlebt, wenn jemand die Wahrheit kennt und andere davon überzeugen will.</p>

<p>Oft wird in der heißen Phase der Weihnachtszeit, also kurz vor der Bescherung, der Ruf nach mehr Toleranz laut – oft auch mit einem Hinweis ein paar Sätze später, dass zu viel Toleranz aber auch nicht so gut sein kann. Wir können ja nicht alles tolerieren. Wo kämen wir denn da hin.</p>

<p>Toleranz, was bedeutet das eigentlich? Für mich schwingt da immer der Unterton mit: ja, ich weiß immer noch Bescheid, was gut oder schlecht im Leben ist – kenne also schon die Wahrheit. Aber ich bin ja nicht so, für eine Weile nehme ich das mal so hin, wenn Du Dich nicht nach meinen Vorstellungen verhältst. Aber nur, solange es meine Realität nicht zu sehr in Frage stellt.</p>

<p>Und die Tolerierten sind weiterhin irgendwie falsch und gerade mal so geduldet, sind aber nicht ein richtiger Teil der Gemeinschaft, des sozialen Umfelds oder der anderen Person, die sie da duldet. Kann auch schnell anders werden. Auch da gibt es genug Beispiele in der Welt, in der Geschichte und in unserem Umfeld.</p>

<p>Wichtiger wie jede Toleranz ist es, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen. Einem Menschen, der die gleichen Bedürfnisse hat wie ich selber, aber vielleicht andere Vorstellungen und Strategien hat, wie er sie erfüllen will oder kann. Mit dieser Einstellung können wir anderen Menschen zunächst zuhören, deren Welt und deren Kontexte zu verstehen versuchen und sie eben auch ebenso berechtigt wie meine eigenen anzusehen.</p>

<p>Da heißt nicht, dass wir alles akzeptieren und uns nicht wehren dürfen, wenn jemand so in meine Welt eingreifen will, dass sie nicht mehr lebenswert ist. Das heißt aber auch nicht, dass wir den oder die andere dann nicht mehr respektieren. Das nicht mehr respektieren kann dazu führen, dass wir nicht mehr zuhören. Wenn wir nicht mehr zuhören, schauen wir nur noch durch unsere eigene Brille und verlieren den Kontakt und dass Verständnis für den anderen.</p>

<p>Verständnis für den anderen ermöglicht es mir aber, genauer hinzuschauen und die Auswirkungen zu erkennen, die das Handeln des anderen für mich und andere haben kann. Wenn ich das nicht kann, kann ich auch nicht die richtigen Maßnahmen ergreifen, weil ich nicht mehr erkennen kann, was den anderen antreibt.</p>

<p>Nun ist das leider leichter gesagt wie getan. Wir können uns dem durchaus bewusst sein. Aber buchstäblich schneller wie wir denken können, reagieren wir dann doch wieder anders wie gewünscht: abwertend, besserwisserisch, selbstherrlich. Das muss Sie nicht so erschrecken, weil unser Unbewusstes meist schneller wirkt, wie unser bewusstes Denken. Wir bewerten Situation und Begegnungen unterbewusst rasend schnell und vergleichen sie mit bereits Erlebtem und reagieren so, wie es vielleicht mal früher hilfreich war. Wie gesagt, dass passiert meist sehr schnell und ohne, dass wir darüber nachdenken.</p>

<p>Wenn Ihnen das auffällt und sie ihre Einstellung oder Haltung ändern wollen, lohnt es sich für sich zu reflektieren, woher diese schnellen Reaktionen auf bestimmte Themen kommen, was Sie z.B. daran hindert zuzuhören oder Verständnis für andere Sichtweisen zu haben.</p>

<p>Das kann mit Erlebnissen in der Kindheit oder Jugend zusammenhängen – z.B. wenn man wie vorhin beschrieben sich nur geliebt gefühlt hat, wenn man etwas dafür getan hat. Selbstreflexion kann unangenehme Gefühle wieder hochkommen lassen. Gefühle, die vielleicht damit zusammenhingen, dass wir nicht anerkannt wurden, wie wir wirklich waren, sondern uns eben anpassen mussten, um geliebt zu werden oder anerkanntes und geliebtes Kind in der Familie zu bleiben. Ich empfehle, anfangs jemand Vertrauten oder jemand, der mit solchen Prozessen Erfahrung hat zur dem Selbstreflexionsprozess einzuladen. Ein Begleiter kann helfen, einen sicheren Raum zu schaffen, in dem unangenehme Gefühle angesehen und gespürt werden können.</p>

<p>Als Ergebnis, können Bedürfnisse und Gefühle bewusst werden, die wir uns lange Zeit nicht erlaubt haben, weil es eben bedrohlich war, diese Gefühle und Bedürfnis zu haben. Deshalb haben wir Schutzmechanismen entwickelt, um uns zu schützen – z.B. Rückzug, Schweigen, Aggressivität und ähnliches.</p>

<p>Das war als Kind oft überlebensnotwendig, ist es aber heute meist nicht mehr. Trotzdem springen diese Schutzmechanismen oft noch unbewusst an, wenn uns bestimmte Auslöser, die mit diesen Situationen verbunden waren, heute begegnen. Das können bestimmte Wörter sein, Stimmungen, Gerüche, Bilder, und vieles mehr.</p>

<p>Je mehr wir uns das bewusst machen können, desto mehr können wir diese Bedürfnisse wieder integrieren und sie auch bei anderen sehen und respektieren. Wir können immer mehr wieder die Verantwortung für uns selber übernehmen.</p>

<p>Übernahme von Verantwortung für sich selbst, hilft sehr, andere respektieren zu können. Wir laden dann nicht mehr unsere Problem beim anderen ab und machen sie oder ihn dafür verantwortlich.</p>

<p>Viel wichtiger wie Lob ist die Fähigkeit, dem anderen mitteilen zu können, was der andere getan hat, was mir gut tut und dass ich gleichzeitig immer Augen und Ohren offenhalte für das, was dem anderen gut tun könnte. Nur ist das auch nicht immer so einfach, weil wir oft gar nicht mehr wissen oder spüren, was uns wirklich gut tut, was wir wirklich brauchen. Manchmal muss man das einfach wieder lernen, weil es genügend andere Menschen gibt, die zu wissen scheinen, was gut für mich ist – sei es in den Medien, bei der Arbeit oder natürlich auch im privaten Umfeld.</p>

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<p><a href="https://dialogundsinn.com" target="_blank">Dialog  und Sinn</a>
Coaching, Mentoring und Mediation</p>

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      <guid>https://dialogundsinn.de/lob-toleranz-respekt</guid>
      <pubDate>Tue, 20 Dec 2022 18:58:48 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Empathie</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Dem Begriff Empathie begegnet man heute an vielen Orten. Empathie soll in Unternehmen Prozesse der Selbstorganisation unterstützen oder Mitarbeiter dazu bringen „die letzte Meile“ mit Freude und Einsatz zu gehen und sogar die Servicequalität von Unternehmen verbessern. Dann habe ich neulich gelesen, Empathische Menschen wären die neuen Narzissten. Das verwirrt, wenn man mal anfängt sich mit Empathie und empathischen Prozessen zu beschäftigen.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Zunächst ist doch Empathie zumeist ein positiv besetzter Begriff und den meisten ist vielleicht eine Beschreibung wie die von Arno Gruen geläufig:&#xA;&#xA;  „Empathie ist die Fähigkeit, an den Gefühlen, Intentionen, Ideen und manchmal auch an den Bewegungen eines anderen Menschen teilzunehmen, sie mitzuerleben oder nachzuempfinden.“&#xA;    Gruen, Arno. Dem Leben entfremdet: Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden (German Edition) (S.27). Klett-Cotta. Kindle-Version.&#xA;&#xA;Liest sich noch recht gängig. Auch Heiratsschwindler und tatsächlich auch Narzissten sind hochempathisch und nutzen das gute Gefühl, das eine empathische Begegnung hervorrufen kann, gnadenlos aus. Wer sein Herz öffnet, macht sich auch verletzlich.&#xA;&#xA;Und was würde passieren, wenn ein jetzt empathisch geschulter Verkäufer von hochwertigen Autos seinem Kunden vom Kauf eines teuren Autos abraten, stattdessen auf das Bedürfnis des Kunden nach Stärkung dessen Selbstwertes eingehen und mit ihm alternative Strategien zu Erfüllung dieses starken Bedürfnisses entwickeln würde.&#xA;&#xA;Wenn Verkäufer in Empathie geschult werden, nehme ich an, dass es nicht wirklich um empathische Prozesse geht.&#xA;&#xA;Im ersten Beispiel des Heiratsschwindler oder auch der Heiratsschwindlerin ist meist wirkliche Empathiefähigkeit im Spiel, die als Strategie für die Erreichung seiner oder ihrer eigenen Zwecke ausgenutzt wird.&#xA;&#xA;Oder vielleicht hatte schon mal jemand mit Narzissten zu tun, die ganz schnell herausfinden, wie sie ihr Gegenüber verletzen können, wenn der oder die nicht bereit ist, ihre Bedürfnisse zu erfüllen.&#xA;&#xA;Wo also Empathie drauf steht ist nicht immer (die gewünsche) Empathie drin und bei Empathie kommt es stark auf die Haltung des Empathiegebers an. Mit Haltung meine ich: wozu ist jemand grade empathisch? Um mich zu manipulieren oder um mich zu unterstützen? Wenn in Unternehmen empathische Prozesse eingeführt werden, damit die Mitarbeiter auch die berühmte letzte Meile gehen, ist das ziemlich klar Manipulation, was Mitarbeiter aber ziemlich schnell merken. Sie können gerne mal in beruflichen, sozialen Netzwerken nach dem Begriff Empathie suchen.&#xA;&#xA;Wenn Unternehmen Raum und Zeit für empathische Prozesse mit der Absicht schaffen, ein menschliches Miteinander in Unternehmen zu ermöglichen, ist schon ein anderes Szenario.&#xA;&#xA;Was sind denn nun empathische Prozesse: Empathie braucht zur aller erst Vertrauen in den Empathiegeber. Vertrauen, dass mir ein Mensch begegnet und keine Rolle als z.B. der Abteilungsleiter, der Chef, der professionell nette Berater. Das ist natürlich in Unternehmen erstmal sehr schwierig, umzusetzen. Kann aber funktionieren.&#xA;&#xA;Dann bedeutet es für den Empathiegeber, bedingungslos zu akzeptieren, was im Gegenüber vorgeht. Das bedeutet keine Urteile fällen oder Vorbehalte entwickeln.&#xA;&#xA;Dazu kommt noch die Fähigkeit sich so in den anderen hineinzuversetzen, als ob man er selbst wäre. Das heißt in der Konsequenz, ich verurteile nicht, ich kritisiere nicht und ich beziehe mich nicht auf mich selbst.&#xA;&#xA;Das ist erstmal höchst verschieden von Sätzen wie: „da kann ich Dich gut verstehen“, „ich habe das gleich erlebt, wie das was Du gerade erzählt hast, und hab dann das und das gemacht“, „ist doch nicht so schlimm, das wird schon wieder, da musst Du halt jetzt durch.“ Das sind alles Aussagen, die sich auf mich und mein Verständnis beziehen, aber weg von dem gehen, was der andere gerade fühlt und braucht.&#xA;&#xA;Ich kann dem anderen dabei gerne anbieten, was bei mir an Gefühlen und Bedürfnissen ankommt – aber halt nur anbieten, so dass der andere sagen kann, nein so ist das nicht. Wenn man mit dem Angebot richtig liegt, merkt man recht schnell, wie das Gegenüber sich entspannt, oder wieder durchatmet.&#xA;&#xA;Das hört sich vielleicht alles schwierig und kompliziert an und lässt sich vielleicht anderswo vereinfachter nachlesen. Was oft vergessen wird, ist der Aspekt der Selbstempathie. Marshall Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, schrieb einmal, dass es sehr schwierig sei, empathisch zu sein, wenn man keinen Zugang zu seinen eigenen Bedürfnissen habe! Wenn ich meine eigenen Bedürfnisse schon nicht so genau kenne, reagiere ich vielleicht, wenn ich empathisch sein will, irgendwie auf Bedürfnisse des Gegenübers, weil das grade auch unbewusst meine eigenen Bedürfnisse sind. Das kann starke Gefühle auslösen, mit denen ich u.U. erstmal nicht umgehen kann und auf die andere Person übertrage.&#xA;&#xA;Was bedeutet Selbstempathie? Es bedeutet die Auslöser zu verstehen, warum ich in manchen Situationen zornig, beleidigend, abwertend reagiere (auf mich selbst oder andere) oder mich zurückziehe und verstumme. Das hat meist mit Bedürfnissen zu tun, die in mir nicht erfüllt sind und denen ich keinen Ausdruck geben kann oder mir nicht erlaube, sie auszusprechen. Sehr oft lohnt sich dann ein Rückblick in die Biografie. Vielleicht kenne ich meine Reaktionen schon von frühester Kindheit an. Vielleicht habe ich mich damit geschützt, weil mir meine Eltern bestimmte Bedürfnisse nicht erlaubt haben.&#xA;&#xA;An diese Orte in der Biografie zurückzugehen, ist manchmal recht schwierig, weil es da auch um Gefühle wie Angst, Zorn oder Verzweiflung geht. Hier hilft es dann, eine Vertrauensperson mit einzubeziehen, die einen mit durch den Prozess der Selbstreflexion trägt und nicht in diesen Gefühlen versinken lässt. Auch, wenn das schwer fallen mag, aber wenn einem diese in der Kindheit oder Jugend unerfüllten Bedürfnisse bewusst werden, löst das einen Prozess der Trauer aus. Und das arbeitet auch im Unbewussten weiter, so dass ich ganz anders mit diesen Auslösern im Alltag umgehen kann.&#xA;&#xA;Wenn ich mir bewusst über meine Auslöser bin, kann ich auch die Verantwortung dafür übernehmen, und nicht jemand anders aufbürden. Dann ist mein Gegenüber keine Objekt mehr, sondern ein eigenständiges, selbständiges Subjekt, das aus sich heraus etwas bewirken und seinen Sinn in der Welt verwirklichen will.&#xA;&#xA;Das braucht am Anfang seine Zeit, aber es sind meist nicht so viele biografische Bereiche, die hier aufgesucht werden müssen. Aber man sollte das zu Beginn öfter mal tun.&#xA;&#xA;Ich selbst durfte schon mehrfach eine empathische Begleitung im Rahmen von Coaching erleben. Und es war für mich eine besondere Erfahrung, wenn mir jemand bedingungslos zuhört und mich nicht verurteilt oder gleiche gut gemeinte Ratschläge gibt. Mit verurteilen meine ich auch, wenn jemand sagt, ja ist doch alles nicht so schlimm, ist doch schon so lange her.&#xA;&#xA;Leider können auch Situationen, die schon lange her sind, auch heute noch recht präsent wirken. Das geschieht durch in uns gespeicherte Erlebnismuster (neuronale Netzwerke). Die Eckdaten von Erlebnissen, die mit Emotionen verbunden sind, gehen für unseren Organismus nicht verloren. Eckdaten können Geräusche, Laute, Musik, bestimmte Wörter, Umgebungen, Beschreibungen u.v.m sein. Sie können Auslöser für bestimmte Verhaltensweisen und Emotionen sein. Emotionen werden nicht explizit gespeichert, sondern jedes Mal bei Aktivierung eines solchen Erlebnismusters neu erzeugt.&#xA;&#xA;Die Gefühle, die bei Aktivierung dieser Erlebnismuster (aufgrund bestimmter Auslöser), entstehen sind also nicht eine vage Erinnerung an längst vergangene Gefühle, sondern sehr akut und präsent. Gefühle sind mit erfüllten oder unerfüllten Bedürfnissen verbunden. Sind das Bedürfnisse, die in früheren Erfahrungen nicht erfüllt werden konnten oder durften, reagieren wir meist auch so wie früher: z.B. aggressiv zur Verteidigung oder Rückzug und Anpassung an die Bedürfnisse wichtiger Bezugspersonen zum eigenen Schutz.&#xA;&#xA;Diese Reaktionen mögen von außen betrachtet heute nicht mehr angemessen erscheinen. Sie waren aber vielleicht einmal wichtig für das (emotionale) Überleben eines Kindes oder Jugendlichen. Unter diesem Aspekt waren die Reaktionen lange hilfreich, wurden weitestgehend automatisiert und sind dann heute immer noch präsent.&#xA;&#xA;Es lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen und anzuerkennen, dass mir selbst heute unangenehme Verhaltensweisen durchaus mal sehr hilfreich, nützlich und sogar überlebenswichtig gewesen sein können. Hier sind empathische Prozesse, ob von außen oder durch Selbstreflexion, ungemein hilfreich. Für beides braucht es etwas Erfahrung.&#xA;&#xA;Das liest sich vielleicht etwas komplex, passiert aber in guten Momenten oder Gesprächen ganz automatisch. Da bin ich ganz beim Anderen, jetzt in dem Moment - ich projiziere nichts auf den oder die Andere - wenn doch etwa in mir hochkommt, das nur mir zuzuordnen ist, kann ich das für später für mich parken und zurückstellen. WIe oben geschrieben hilft es aber ungemein, sich seiner eigenen Bedürfnisse und Gefühlen bewusst zu sein, Dann komme ich nicht in Versuchung, das anderen aufzubürden. Obwohl sich das wohl auch nie ganz vermeiden lassen wird. Wobei man sich dann hinterher auch nicht verurteilen sollte, sondern sich das im Nachganz einfach nochmal anschauen sollte.&#xA;&#xA;#Empathie #Selbstreflexion #GfK&#xA;&#xA;------------------------------&#xD;&#xA;!--emailsub--&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;a href=&#34;https://dialogundsinn.com&#34; target=&#34;blank&#34;Dialog  und Sinn/a&#xD;&#xA;Coaching, Mentoring und Mediation&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;a href=&#34;https://dialogundsinn.de/feed&#34; target=&#34;blank&#34;RSS feed/a]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Dem Begriff Empathie begegnet man heute an vielen Orten. Empathie soll in Unternehmen Prozesse der Selbstorganisation unterstützen oder Mitarbeiter dazu bringen „die letzte Meile“ mit Freude und Einsatz zu gehen und sogar die Servicequalität von Unternehmen verbessern. Dann habe ich neulich gelesen, Empathische Menschen wären die neuen Narzissten. Das verwirrt, wenn man mal anfängt sich mit Empathie und empathischen Prozessen zu beschäftigen.</p>



<p>Zunächst ist doch Empathie zumeist ein positiv besetzter Begriff und den meisten ist vielleicht eine Beschreibung wie die von Arno Gruen geläufig:</p>

<blockquote><p>„Empathie ist die Fähigkeit, an den Gefühlen, Intentionen, Ideen und manchmal auch an den Bewegungen eines anderen Menschen teilzunehmen, sie mitzuerleben oder nachzuempfinden.“</p>

<p>Gruen, Arno. Dem Leben entfremdet: Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden (German Edition) (S.27). Klett-Cotta. Kindle-Version.</p></blockquote>

<p>Liest sich noch recht gängig. Auch Heiratsschwindler und tatsächlich auch Narzissten sind hochempathisch und nutzen das gute Gefühl, das eine empathische Begegnung hervorrufen kann, gnadenlos aus. Wer sein Herz öffnet, macht sich auch verletzlich.</p>

<p>Und was würde passieren, wenn ein jetzt empathisch geschulter Verkäufer von hochwertigen Autos seinem Kunden vom Kauf eines teuren Autos abraten, stattdessen auf das Bedürfnis des Kunden nach Stärkung dessen Selbstwertes eingehen und mit ihm alternative Strategien zu Erfüllung dieses starken Bedürfnisses entwickeln würde.</p>

<p>Wenn Verkäufer in Empathie geschult werden, nehme ich an, dass es nicht wirklich um empathische Prozesse geht.</p>

<p>Im ersten Beispiel des Heiratsschwindler oder auch der Heiratsschwindlerin ist meist wirkliche Empathiefähigkeit im Spiel, die als Strategie für die Erreichung seiner oder ihrer eigenen Zwecke ausgenutzt wird.</p>

<p>Oder vielleicht hatte schon mal jemand mit Narzissten zu tun, die ganz schnell herausfinden, wie sie ihr Gegenüber verletzen können, wenn der oder die nicht bereit ist, ihre Bedürfnisse zu erfüllen.</p>

<p>Wo also Empathie drauf steht ist nicht immer (die gewünsche) Empathie drin und bei Empathie kommt es stark auf die Haltung des Empathiegebers an. Mit Haltung meine ich: wozu ist jemand grade empathisch? Um mich zu manipulieren oder um mich zu unterstützen? Wenn in Unternehmen empathische Prozesse eingeführt werden, damit die Mitarbeiter auch die berühmte letzte Meile gehen, ist das ziemlich klar Manipulation, was Mitarbeiter aber ziemlich schnell merken. Sie können gerne mal in beruflichen, sozialen Netzwerken nach dem Begriff Empathie suchen.</p>

<p>Wenn Unternehmen Raum und Zeit für empathische Prozesse mit der Absicht schaffen, ein menschliches Miteinander in Unternehmen zu ermöglichen, ist schon ein anderes Szenario.</p>

<p>Was sind denn nun empathische Prozesse: Empathie braucht zur aller erst Vertrauen in den Empathiegeber. Vertrauen, dass mir ein Mensch begegnet und keine Rolle als z.B. der Abteilungsleiter, der Chef, der professionell nette Berater. Das ist natürlich in Unternehmen erstmal sehr schwierig, umzusetzen. Kann aber funktionieren.</p>

<p>Dann bedeutet es für den Empathiegeber, bedingungslos zu akzeptieren, was im Gegenüber vorgeht. Das bedeutet keine Urteile fällen oder Vorbehalte entwickeln.</p>

<p>Dazu kommt noch die Fähigkeit sich so in den anderen hineinzuversetzen, als ob man er selbst wäre. Das heißt in der Konsequenz, ich verurteile nicht, ich kritisiere nicht und ich beziehe mich nicht auf mich selbst.</p>

<p>Das ist erstmal höchst verschieden von Sätzen wie: „da kann ich Dich gut verstehen“, „ich habe das gleich erlebt, wie das was Du gerade erzählt hast, und hab dann das und das gemacht“, „ist doch nicht so schlimm, das wird schon wieder, da musst Du halt jetzt durch.“ Das sind alles Aussagen, die sich auf mich und mein Verständnis beziehen, aber weg von dem gehen, was der andere gerade fühlt und braucht.</p>

<p>Ich kann dem anderen dabei gerne anbieten, was bei mir an Gefühlen und Bedürfnissen ankommt – aber halt nur anbieten, so dass der andere sagen kann, nein so ist das nicht. Wenn man mit dem Angebot richtig liegt, merkt man recht schnell, wie das Gegenüber sich entspannt, oder wieder durchatmet.</p>

<p>Das hört sich vielleicht alles schwierig und kompliziert an und lässt sich vielleicht anderswo vereinfachter nachlesen. Was oft vergessen wird, ist der Aspekt der Selbstempathie. Marshall Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, schrieb einmal, dass es sehr schwierig sei, empathisch zu sein, wenn man keinen Zugang zu seinen eigenen Bedürfnissen habe! Wenn ich meine eigenen Bedürfnisse schon nicht so genau kenne, reagiere ich vielleicht, wenn ich empathisch sein will, irgendwie auf Bedürfnisse des Gegenübers, weil das grade auch unbewusst meine eigenen Bedürfnisse sind. Das kann starke Gefühle auslösen, mit denen ich u.U. erstmal nicht umgehen kann und auf die andere Person übertrage.</p>

<p>Was bedeutet Selbstempathie? Es bedeutet die Auslöser zu verstehen, warum ich in manchen Situationen zornig, beleidigend, abwertend reagiere (auf mich selbst oder andere) oder mich zurückziehe und verstumme. Das hat meist mit Bedürfnissen zu tun, die in mir nicht erfüllt sind und denen ich keinen Ausdruck geben kann oder mir nicht erlaube, sie auszusprechen. Sehr oft lohnt sich dann ein Rückblick in die Biografie. Vielleicht kenne ich meine Reaktionen schon von frühester Kindheit an. Vielleicht habe ich mich damit geschützt, weil mir meine Eltern bestimmte Bedürfnisse nicht erlaubt haben.</p>

<p>An diese Orte in der Biografie zurückzugehen, ist manchmal recht schwierig, weil es da auch um Gefühle wie Angst, Zorn oder Verzweiflung geht. Hier hilft es dann, eine Vertrauensperson mit einzubeziehen, die einen mit durch den Prozess der Selbstreflexion trägt und nicht in diesen Gefühlen versinken lässt. Auch, wenn das schwer fallen mag, aber wenn einem diese in der Kindheit oder Jugend unerfüllten Bedürfnisse bewusst werden, löst das einen Prozess der Trauer aus. Und das arbeitet auch im Unbewussten weiter, so dass ich ganz anders mit diesen Auslösern im Alltag umgehen kann.</p>

<p>Wenn ich mir bewusst über meine Auslöser bin, kann ich auch die Verantwortung dafür übernehmen, und nicht jemand anders aufbürden. Dann ist mein Gegenüber keine Objekt mehr, sondern ein eigenständiges, selbständiges Subjekt, das aus sich heraus etwas bewirken und seinen Sinn in der Welt verwirklichen will.</p>

<p>Das braucht am Anfang seine Zeit, aber es sind meist nicht so viele biografische Bereiche, die hier aufgesucht werden müssen. Aber man sollte das zu Beginn öfter mal tun.</p>

<p>Ich selbst durfte schon mehrfach eine empathische Begleitung im Rahmen von Coaching erleben. Und es war für mich eine besondere Erfahrung, wenn mir jemand bedingungslos zuhört und mich nicht verurteilt oder gleiche gut gemeinte Ratschläge gibt. Mit verurteilen meine ich auch, wenn jemand sagt, ja ist doch alles nicht so schlimm, ist doch schon so lange her.</p>

<p>Leider können auch Situationen, die schon lange her sind, auch heute noch recht präsent wirken. Das geschieht durch in uns gespeicherte Erlebnismuster (neuronale Netzwerke). Die Eckdaten von Erlebnissen, die mit Emotionen verbunden sind, gehen für unseren Organismus nicht verloren. Eckdaten können Geräusche, Laute, Musik, bestimmte Wörter, Umgebungen, Beschreibungen u.v.m sein. Sie können Auslöser für bestimmte Verhaltensweisen und Emotionen sein. Emotionen werden nicht explizit gespeichert, sondern jedes Mal bei Aktivierung eines solchen Erlebnismusters neu erzeugt.</p>

<p>Die Gefühle, die bei Aktivierung dieser Erlebnismuster (aufgrund bestimmter Auslöser), entstehen sind also nicht eine vage Erinnerung an längst vergangene Gefühle, sondern sehr akut und präsent. Gefühle sind mit erfüllten oder unerfüllten Bedürfnissen verbunden. Sind das Bedürfnisse, die in früheren Erfahrungen nicht erfüllt werden konnten oder durften, reagieren wir meist auch so wie früher: z.B. aggressiv zur Verteidigung oder Rückzug und Anpassung an die Bedürfnisse wichtiger Bezugspersonen zum eigenen Schutz.</p>

<p>Diese Reaktionen mögen von außen betrachtet heute nicht mehr angemessen erscheinen. Sie waren aber vielleicht einmal wichtig für das (emotionale) Überleben eines Kindes oder Jugendlichen. Unter diesem Aspekt waren die Reaktionen lange hilfreich, wurden weitestgehend automatisiert und sind dann heute immer noch präsent.</p>

<p>Es lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen und anzuerkennen, dass mir selbst heute unangenehme Verhaltensweisen durchaus mal sehr hilfreich, nützlich und sogar überlebenswichtig gewesen sein können. Hier sind empathische Prozesse, ob von außen oder durch Selbstreflexion, ungemein hilfreich. Für beides braucht es etwas Erfahrung.</p>

<p>Das liest sich vielleicht etwas komplex, passiert aber in guten Momenten oder Gesprächen ganz automatisch. Da bin ich ganz beim Anderen, jetzt in dem Moment – ich projiziere nichts auf den oder die Andere – wenn doch etwa in mir hochkommt, das nur mir zuzuordnen ist, kann ich das für später für mich parken und zurückstellen. WIe oben geschrieben hilft es aber ungemein, sich seiner eigenen Bedürfnisse und Gefühlen bewusst zu sein, Dann komme ich nicht in Versuchung, das anderen aufzubürden. Obwohl sich das wohl auch nie ganz vermeiden lassen wird. Wobei man sich dann hinterher auch nicht verurteilen sollte, sondern sich das im Nachganz einfach nochmal anschauen sollte.</p>

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      <guid>https://dialogundsinn.de/empathie</guid>
      <pubDate>Fri, 16 Dec 2022 12:04:10 +0000</pubDate>
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      <title>Wertschätzung / Selbstwert</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Wertschätzung steht ganz oben auf der Liste bei Umfrageergebnissen, in denen Mitarbeiter befragt wurden, was sie sich von ihrem Arbeitsumfeld erwarten - und was sie gerade nicht in ausreichendem Maße bekommen.&#xA;&#xA;Wenn ich im Beratungskontext nachfrage, was mit Wertschätzung gemeint ist, höre ich oft: Lob oder Anerkennung für die geleistete Arbeit oder auch mehr Respekt. Klar, wer freut sich nicht über ein Lob.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Warum freuen wir uns eigentlich über ein Lob? Lob, so scheint es, hebt ober bestätigt mir auf den ersten Blick mein Selbstwert. So sind wohl die meisten von uns erzogen worden. Wenn man brav im Sinne der Eltern war, bekam man ein Lob - wenn nicht, gab es vielleicht nicht so nette Worte oder Vater oder Mutter gaben sich traurig, weil man sich irgendwie falsch verhalten hat – so die Rückmeldung der Eltern.&#xA;&#xA;Irgendwann passen sich die meisten Kinder an, und akzeptieren, dass die Eltern oder andere erwachsene Bezugspersonen, wissen, was gut oder schlecht für sie ist. Ich will ja auch nicht, dass Mutter oder Vater sich schlecht fühlen oder zornig werden, wenn ich aus ihrer Sicht was falsch machen. Meine Bedürfnisse stehen da hinten an.&#xA;&#xA;Und wir lernen, daß wir ein Bedürfnis nach Lob (oder auch Liebe) haben, wenn wir etwas getan haben, daß wir ein Bedürfnis nach Anerkennung haben, wenn wir etwas getan haben oder daß wir ein Bedürfniss nach Wertschätzung haben, wenn wir etwas getan haben. Nur sind das keine Bedürfnisse, sondern Strategien weil wir konkret was von jemand direkt oder indirekt einfordern.&#xA;&#xA;Und so wollen wir auch als Erwachsene auch oft noch Bestätigung von Aussen, weil wir das so kennen. Unser Selbstwert ist dann abhängig von der Beurteilung durch andere. Und wir werten uns auch selber ab - durch Glaubenssätze, mit denen wir uns identifizieren wie „und ich Idiot habe wieder mal nachgegeben“ „aus mir wird eh nichts“ „ich kann nicht lernen“ und so weiter.&#xA;&#xA;Ganz oft beschimpfen wir uns auch spontan, wenn irgendwas schief geht. Ich hab mich neulich beim Wechsel einer Rasierklinge in den Finger geschnitten. Sofort war meine Reaktion eine Beschimpfung meiner selbst. Ich glaube, es war Idiot oder schlimmeres. Hört sich auch nicht sehr wertschätzend an. Ich hätte ja auch angenehmer mit mir umgehen können. Hast du Dich schlimm verletzt? Die Wunde versorgen wir jetzt erstmal. Was kannst Du machen, dass das beim nächsten Mal nicht mehr so schnell passiert.&#xA;&#xA;Sie sehen, mit der eigenen Wertschätzung ist es oft auch nicht weit her. Dann fordere ich das doch lieber von anderen ein. Oder doch nicht?&#xA;&#xA;Oft geht es ja bei dem Thema Wertschätzung um grundlegende Bedürfnisse wie den eigenen Selbstwert, Selbstwirksamkeit, Zugehörigkeit oder auch die eigene Sinnfindung bwz. - suche. Da hilft es erstmal zu sich zu schauen, was mir gerade wichtig ist und welche Möglichkeiten ich habe, das umzusetzen. Wenn ich meinen Selbstwert vom Lob und der Bestätigung anderer Leute abhängig mache, bin ich letztendlich ohnmächtig - ohne Macht - weil andere Macht über mich haben. Klar ist es schön, wenn ich eine Bestätigung bekomme, dass ich z.B. in der Firma einen wichtigen Beitrag leiste. Und das möglichst konkret. Das geht aber über ein schnödes Lob oder ein unverbindliches Dankeschön oft schon hinaus. Da wird konkret mein Beitrag gewürdigt, ohne mich vielleicht manipulieren zu wollen. Das müssen nicht immer viele Worte sein.&#xA;&#xA;Zu mir hat mal ein Vorgesetzter nach drei Monate nach Arbeitsbeginn gesagt: Herr Schneider, Sie haben mir den Arsch gerettet.  Da war auch nicht mehr viel weiter zu sagen, weil wir beide wussten, um was es ging und was ich für ihn gemacht hatte. Da war auch kein Hintergedanke bei, weil der Vorgesetzte nur noch einen Monat in der Firma gearbeitet hat.&#xA;&#xA;Im Arbeitsumfeld ist wichtiger als jedes Lob oder jedes mechanische Dankeschön, dass es einen Rahmen für die Grundbedürfnisse von Mitarbeitern gibt. Das hat viel mit der Unternehmenskultur zu tun und da im speziellen, welches Menschen- und welches Weltbild gelebt wird. Damit meine nicht die schön auformulierte Unternehmenskultur für den Internetauftritt, sondern die vielen unausgesprochenen Annahmen und Glaubenssätze, die eine Unternehmenskultur wirklich ausmachen.&#xA;&#xA;Es sollte gewürdigt werden, dass alle Mitarbeiter selbständige Menschen sind, die sich selbstwirksam und handlungsfähig erleben wollen und auch eine eigene Sinngebung haben. Tja, wenn das immer so einfach wäre. Dazu gehört z.b. auch die Erkenntnis, dass sich nicht alle Mitarbeiter auf der gleichen Entwicklungsebene bewegen und deshalb manchmal auch überfordert sind. Z.b. wenn es auf einmal um Selbstorganisation oder agile Teams geht.&#xA;&#xA;Dazu gehört auch, dass Führungskräfte sich bewusst sind, was bei ihnen die Auslöser für bestimmte Reaktionsmuster sind. Oft werden bestimmte Mitglieder eines Teams als unbequem angesehen – vielleicht weil sie immer alles in Frage stellen oder weil sie nicht teamfähig zu sein scheinen. Die Erkenntnis ist oft, dass es nicht unbedingt besser wird, wenn diese Teammitglieder das Team verlassen. Führungskräfte sollten deshalb wie gesagt in der Lage sein, ihr Verhalten, ihre Motivation, ihr Menschenbild, ihr Weltbild selbst zu reflektieren.&#xA;&#xA;Ich glaube, das ist wirkliche wertschätzendes Verhalten: Die Haltung, dass andere Menschen genauso autonom und selbständig sind, wie ich selber. Und das im Sinne der gewaltfreien Kommunikation ich selber die Verantwortung für meine Gefühle habe, ob ich ich sie nun als gut oder schlecht empfinde.&#xA;&#xA;Dann noch ein Wort zum Schluß, weil ich gerade gewaltfreie Kommunikation erwähnt habe. Gewaltfreie Kommunikation ist eine exzellente Methode, um sich selbst klarer über die eigene Motivation und seine Haltung zu werden. Gewaltfreie Kommunikation sollte jedoch nicht als Vier-Schritte-Sprache zu (vermeintlichen) Verbesserung der Kommunikation genutzt werden. Das wirkt nur gestelzt und wenn ich der Ansicht bin, ich kann Menschen dazu bringen, so zu handeln, wie ich das vielleicht für richtig erachte, ändert daran auch eine Vier-Schritte-Sprache nichts.&#xA;&#xA;Marshall Rosenberg hat oft selbst darauf hingewiesen, das Gewaltfreie Kommunikation nicht die Vier-Schritte sind, er die im eigenen Leben kaum benutzt und dass es für ihn um die Entwicklung der eigenen Haltung zu sich und anderen geht, wobei die Betonung auf und lag.&#xA;&#xA;#wertschaetzung #selbstwert #gfk #GewaltfreieKommunikation&#xA;&#xA;------------------------------&#xD;&#xA;!--emailsub--&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;a href=&#34;https://dialogundsinn.com&#34; target=&#34;blank&#34;Dialog  und Sinn/a&#xD;&#xA;Coaching, Mentoring und Mediation&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;a href=&#34;https://dialogundsinn.de/feed&#34; target=&#34;blank&#34;RSS feed/a]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wertschätzung steht ganz oben auf der Liste bei Umfrageergebnissen, in denen Mitarbeiter befragt wurden, was sie sich von ihrem Arbeitsumfeld erwarten – und was sie gerade nicht in ausreichendem Maße bekommen.</p>

<p>Wenn ich im Beratungskontext nachfrage, was mit Wertschätzung gemeint ist, höre ich oft: Lob oder Anerkennung für die geleistete Arbeit oder auch mehr Respekt. Klar, wer freut sich nicht über ein Lob.</p>



<p>Warum freuen wir uns eigentlich über ein Lob? Lob, so scheint es, hebt ober bestätigt mir auf den ersten Blick mein Selbstwert. So sind wohl die meisten von uns erzogen worden. Wenn man brav im Sinne der Eltern war, bekam man ein Lob – wenn nicht, gab es vielleicht nicht so nette Worte oder Vater oder Mutter gaben sich traurig, weil man sich irgendwie falsch verhalten hat – so die Rückmeldung der Eltern.</p>

<p>Irgendwann passen sich die meisten Kinder an, und akzeptieren, dass die Eltern oder andere erwachsene Bezugspersonen, wissen, was gut oder schlecht für sie ist. Ich will ja auch nicht, dass Mutter oder Vater sich schlecht fühlen oder zornig werden, wenn ich aus ihrer Sicht was falsch machen. Meine Bedürfnisse stehen da hinten an.</p>

<p>Und wir lernen, daß wir ein Bedürfnis nach Lob (oder auch Liebe) haben, wenn wir etwas getan haben, daß wir ein Bedürfnis nach Anerkennung haben, wenn wir etwas getan haben oder daß wir ein Bedürfniss nach Wertschätzung haben, wenn wir etwas getan haben. Nur sind das keine Bedürfnisse, sondern Strategien weil wir konkret was von jemand direkt oder indirekt einfordern.</p>

<p>Und so wollen wir auch als Erwachsene auch oft noch Bestätigung von Aussen, weil wir das so kennen. Unser Selbstwert ist dann abhängig von der Beurteilung durch andere. Und wir werten uns auch selber ab – durch Glaubenssätze, mit denen wir uns identifizieren wie „und ich Idiot habe wieder mal nachgegeben“ „aus mir wird eh nichts“ „ich kann nicht lernen“ und so weiter.</p>

<p>Ganz oft beschimpfen wir uns auch spontan, wenn irgendwas schief geht. Ich hab mich neulich beim Wechsel einer Rasierklinge in den Finger geschnitten. Sofort war meine Reaktion eine Beschimpfung meiner selbst. Ich glaube, es war Idiot oder schlimmeres. Hört sich auch nicht sehr wertschätzend an. Ich hätte ja auch angenehmer mit mir umgehen können. Hast du Dich schlimm verletzt? Die Wunde versorgen wir jetzt erstmal. Was kannst Du machen, dass das beim nächsten Mal nicht mehr so schnell passiert.</p>

<p>Sie sehen, mit der eigenen Wertschätzung ist es oft auch nicht weit her. Dann fordere ich das doch lieber von anderen ein. Oder doch nicht?</p>

<p>Oft geht es ja bei dem Thema Wertschätzung um grundlegende Bedürfnisse wie den eigenen Selbstwert, Selbstwirksamkeit, Zugehörigkeit oder auch die eigene Sinnfindung bwz. – suche. Da hilft es erstmal zu sich zu schauen, was mir gerade wichtig ist und welche Möglichkeiten ich habe, das umzusetzen. Wenn ich meinen Selbstwert vom Lob und der Bestätigung anderer Leute abhängig mache, bin ich letztendlich ohnmächtig – ohne Macht – weil andere Macht über mich haben. Klar ist es schön, wenn ich eine Bestätigung bekomme, dass ich z.B. in der Firma einen wichtigen Beitrag leiste. Und das möglichst konkret. Das geht aber über ein schnödes Lob oder ein unverbindliches Dankeschön oft schon hinaus. Da wird konkret mein Beitrag gewürdigt, ohne mich vielleicht manipulieren zu wollen. Das müssen nicht immer viele Worte sein.</p>

<p>Zu mir hat mal ein Vorgesetzter nach drei Monate nach Arbeitsbeginn gesagt: Herr Schneider, Sie haben mir den Arsch gerettet.  Da war auch nicht mehr viel weiter zu sagen, weil wir beide wussten, um was es ging und was ich für ihn gemacht hatte. Da war auch kein Hintergedanke bei, weil der Vorgesetzte nur noch einen Monat in der Firma gearbeitet hat.</p>

<p>Im Arbeitsumfeld ist wichtiger als jedes Lob oder jedes mechanische Dankeschön, dass es einen Rahmen für die Grundbedürfnisse von Mitarbeitern gibt. Das hat viel mit der Unternehmenskultur zu tun und da im speziellen, welches Menschen- und welches Weltbild gelebt wird. Damit meine nicht die schön auformulierte Unternehmenskultur für den Internetauftritt, sondern die vielen unausgesprochenen Annahmen und Glaubenssätze, die eine Unternehmenskultur wirklich ausmachen.</p>

<p>Es sollte gewürdigt werden, dass alle Mitarbeiter selbständige Menschen sind, die sich selbstwirksam und handlungsfähig erleben wollen und auch eine eigene Sinngebung haben. Tja, wenn das immer so einfach wäre. Dazu gehört z.b. auch die Erkenntnis, dass sich nicht alle Mitarbeiter auf der gleichen Entwicklungsebene bewegen und deshalb manchmal auch überfordert sind. Z.b. wenn es auf einmal um Selbstorganisation oder agile Teams geht.</p>

<p>Dazu gehört auch, dass Führungskräfte sich bewusst sind, was bei ihnen die Auslöser für bestimmte Reaktionsmuster sind. Oft werden bestimmte Mitglieder eines Teams als unbequem angesehen – vielleicht weil sie immer alles in Frage stellen oder weil sie nicht teamfähig zu sein scheinen. Die Erkenntnis ist oft, dass es nicht unbedingt besser wird, wenn diese Teammitglieder das Team verlassen. Führungskräfte sollten deshalb wie gesagt in der Lage sein, ihr Verhalten, ihre Motivation, ihr Menschenbild, ihr Weltbild selbst zu reflektieren.</p>

<p>Ich glaube, das ist wirkliche wertschätzendes Verhalten: Die Haltung, dass andere Menschen genauso autonom und selbständig sind, wie ich selber. Und das im Sinne der gewaltfreien Kommunikation ich selber die Verantwortung für meine Gefühle habe, ob ich ich sie nun als gut oder schlecht empfinde.</p>

<p>Dann noch ein Wort zum Schluß, weil ich gerade gewaltfreie Kommunikation erwähnt habe. Gewaltfreie Kommunikation ist eine exzellente Methode, um sich selbst klarer über die eigene Motivation und seine Haltung zu werden. Gewaltfreie Kommunikation sollte jedoch nicht als Vier-Schritte-Sprache zu (vermeintlichen) Verbesserung der Kommunikation genutzt werden. Das wirkt nur gestelzt und wenn ich der Ansicht bin, ich kann Menschen dazu bringen, so zu handeln, wie ich das vielleicht für richtig erachte, ändert daran auch eine Vier-Schritte-Sprache nichts.</p>

<p>Marshall Rosenberg hat oft selbst darauf hingewiesen, das Gewaltfreie Kommunikation nicht die Vier-Schritte sind, er die im eigenen Leben kaum benutzt und dass es für ihn um die Entwicklung der eigenen Haltung zu sich und anderen geht, wobei die Betonung auf <strong>und</strong> lag.</p>

<p><a href="https://dialogundsinn.de/tag:wertschaetzung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">wertschaetzung</span></a> <a href="https://dialogundsinn.de/tag:selbstwert" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">selbstwert</span></a> <a href="https://dialogundsinn.de/tag:gfk" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">gfk</span></a> <a href="https://dialogundsinn.de/tag:GewaltfreieKommunikation" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">GewaltfreieKommunikation</span></a></p>

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      <pubDate>Wed, 30 Nov 2022 16:55:57 +0000</pubDate>
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